Mein 2-Wochen-Aufbau nach dem Fasten: Was ich gelernt habe

Die vergangenen zwei Wochen waren für mich eine sehr intensive Phase: der Aufbau nach meinem Fasten. Körperlich wie emotional durfte ich eine Menge erfahren – und genau darüber möchte ich heute mit euch sprechen.

Sanfter Start: Mein Aufbauplan

Nach dem Fasten wollte ich meinen Körper behutsam zurück ins Essen begleiten. Deshalb habe ich ganz klein begonnen:
mit zart gegarter Zucchini, in kleinen Portionen und gut verträglich.

Begleitet wurde die erste Woche weiterhin von einer täglichen Flasche Saft, meinen Ölen sowie Elektrolyten und Supplementen – diese bleiben ein fester Bestandteil meiner Routine.

Der Wunsch nach „mehr“ – und Disziplin im Hintergrund

Schon nach wenigen Tagen meldete sich der Wunsch nach Abwechslung. Ich wollte schneller vorangehen, wieder mehr Vielfalt, mehr Geschmack.
Trotzdem habe ich auf meine Intuition gehört und Stück für Stück erweitert:

  • Fenchel
  • Kürbis (Butternut & Hokkaido)
  • Pastinake (hier gab es eine direkte körperliche Reaktion)
  • Kartoffeln
  • Süßkartoffel (erst in Woche 2)

Die Reaktion auf Pastinake war für mich interessant: Gereiztheit, laufende Nase – mein Körper sagte sehr klar „Nein“. Also habe ich sie sofort wieder weggelassen, und fast im selben Moment kam spürbar Ruhe zurück.

In der dritten Woche folgten dann Hirse, Blumenkohl, Brokkoli und ein wenig Erbsen.

Ein emotionaler Tiefpunkt – und warum er wichtig war

Heute jedoch hat mein Körper nach Halt gesucht – nicht in Meditation, nicht im Atem, sondern im Essen.
Ich habe „gesündigt“ und Dinge gegessen, die gerade eigentlich nicht auf meinem Plan standen. Der Auslöser war rein emotional.

Parallel dazu hat sich in den letzten Tagen innerlich etwas Großes bewegt: Ein tief sitzendes, bisher unbewusstes Trauma ist an die Oberfläche gekommen. Ich verarbeite es Schritt für Schritt – und gleichzeitig lebt mein Alltag weiter. Diese Kombination hat mich heute überrollt.

Und genau deshalb möchte ich es hier einmal ganz deutlich sagen:

Es ist völlig okay.

Der Unterschied liegt in der Bewusstheit.
Ich verurteile mich nicht dafür.
Ich erkenne, dass mein Körper gerade arbeitet – und dass Essen für einen Moment ein Ventil war.

Neuausrichtung: Intuition als Kompass

Nach diesem emotionalen Ausreißer habe ich beschlossen:
Ich erlaube mir grundsätzlich wieder alle Zutaten – vertraue aber auf meine intuitive und bewusste Entscheidung.

Das bedeutet nicht, dass ich plötzlich wieder „alles“ esse.
Mein Körper fühlt sich nach wie vor am wohlsten mit:

  • Hirse
  • Kartoffeln
  • sanft gegartem Gemüse wie Fenchel, Zucchini, Kürbis, Pak Choi, Blumenkohl & Brokkoli
  • wertvollen Ölen (Leinöl, Kürbiskernöl, Olivenöl, Rapsöl)
  • frischen oder getrockneten Kräutern

Wenn mein Körper aber sagt:
„Heute hätte ich gern einen Löffel Linsen“ – bekommt er ihn.
Oder: „Ich brauche gerade Buchweizennudeln“ – dann gibt es Buchweizennudeln.

Ich höre zu. Ich gebe. Ich begleite.

Wie es weitergeht

Mein Weg nach dem Fasten geht nun genauso weiter, wie er begonnen hat:
achtsam, sanft und liebevoll.

Ich halte Raum für meinen Körper, meine Emotionen und für alles, was sich gerade zeigt.
Der Aufbau ist keine starre Phase – er ist ein Prozess des Wiederankommens.

Und genau das darf Zeit brauchen.

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